Mein Kind hat Krebs

Mein Kind hat Krebs

Es ist absurd. Ich habe mir viele Gedanken über und um das Leben meiner Tochter gemacht, habe mir viele Varianten der Zukunft ausgemalt. Krebs war nie Bestandteil dessen. Warum auch? Das passiert nur anderen. Ganz klar. Oder eben doch nicht so klar.

In Deutschland erkranken im Jahr rund 600 Kinder an Blutkrebs. Meine Tochter ist nun eines davon.

Ich ärgere mich über meine Ignoranz und meine privilegierte Verdrängungstaktik.

Wie oft habe ich in meinem Leben Blut gespendet?

Kein einziges Mal.

Wie oft wollte ich einen Organspendeausweis ausfüllen?

Mehrfach geplant, nie umgesetzt.

Wie oft habe ich über Aufrufe zur Stammzellentypisierung hinweg gelesen?

Regelmäßig.

Das änderte sich schnell…

…denn plötzlich war meine Tochter betroffen.

Noch in den ersten Wochen nach Diagnose ließ ich mich als potentielle Stammzellenspenderin bei der DKMS registrieren.

Jill bekommt regelmäßig Blutkonserven oder Thrombozyten. Einfach so, denn diese Konserven sind vorhanden und für uns zugänglich. Die Selbstverständlichkeit in der Behandlung zu erfahren, macht mich immer noch demütig und dankbar.

  • Dankbar, weil es Menschen gibt, für die es selbstverständlich ist Blut zu spenden.
  • Dankbar, weil wir uneingeschränkten Zugang zu allen notwendigen Behandlungen haben, medizinisch Bestens betreut sind.
  • Dankbar, weil wir heute von jahrzehntelanger Forschung zur Therapie von Leukämie profitieren.

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