Über

Hallo!

Ich freue mich, dass du den Weg auf unsere Seite gefunden hast.

Ich heiße Janina, bin 30 Jahre alt und Mama einer fast dreijährigen Tochter. Bis zur Diagnose Leukämie im Februar 2020 habe ich als Sozialpädagogin gearbeitet.

Jetzt ist es mein Job, meine Tochter durch ihren neuen Alltag zu begleiten und mit ihr die zweijährige Therapie zu meistern.

Anfang März 2020 kam eine neue Alltagsvokabel in unser Leben. Neben der Leukämie und deren Auswirkungen müssen wir uns nun auch mit der Pandemie und deren Einschränkungen beschäftigen. Leukämie und Pandemie sind unabhängig voneinander schon eine Herausforderung. Zusammen bringen sie mich manchmal an meine Grenzen. Da hilft nur Humor und die Überlegung, ob ich nicht doch Lotto spielen sollte – bei meinem Glück.

Mit ihren knapp drei Jahren ist Jill ein richtiger Wirbelwind und lässt sich vom Zauber des Alltags mitreißen. Ihre kindliche Logik ist herzallerliebst und bringt mich zum Lachen oder zum Kopfschütteln, manchmal auch zu beidem gleichzeitig.

Bis zur Diagnosestellung im Februar 2020 hat Jill die Pinguingruppe der Krippe besucht. Sie ist sehr gerne dorthin gegangen und berichtet noch fast täglich von ihrer Zeit dort oder von gemeinsamen Erlebnissen. Ich merke, dass ihr der vertraute Tagesablauf und das Zusammensein mit den anderen Pinguinkindern fehlt. Auch ihre ErzieherInnen vermisst sie oft. Mit ihren drei Jahren kann Jill natürlich noch nicht umreißen, dass sie vorerst nicht mehr in die Kinderkrippe gehen wird und auch der geplante Kindergartenstart im Herbst nicht stattfinden wird.

Mich als Mama macht es traurig, dass Jill aus ihrem sicheren Umfeld in das Paralleluniversum Kinderkrebsstation katapultiert worden ist. Ihren dritten Geburtstag sollte sie doch mit ihren Freunden feiern und den Sommer mit Eisschlecken und Laufradfahren verbringen. Ich fühle mich betrogen um diese Erlebnisse und die Unbeschwertheit, die den Alltag einer Dreijährigen prägen sollte.

Jill lässt sich ihre Freude an den Dingen bisher selten nehmen. Sie nimmt die Situationen so, wie sie sind. Sie weint und schreit, wenn etwas weh tut oder traurig ist. Sie lacht, wütet, macht Quatsch, staunt, entdeckt, singt, tanzt und gibt jedem Moment die Chance, etwas ganz Besonderes zu werden.

Mit den Augen eines kleinen Kindes durch diese Krise zu gehen, lässt mich leichter im Hier und Jetzt bleiben.